Donnerstag, Dezember 08, 2011

Mercedes goes Pullmann

Es gibt gute News dieser Tage.
Nein, nicht was sie denken. Das Griechenland jetzt vielleicht auch irgendwo in den Büchern einer Bank 55Milliarden entdeckt hat, die versehentlich durch einen schlichten Buchungsfehler verschollen waren. Oder dass die Eurokrise jetzt endlich vorbei ist. Oder so.

Nein. Mercedes baut den Pullmann wieder. Ist dass nicht super.


Der Pullmann 600 wird wiederbelebt. Natürlich mit etwas mehr Luxus. Da freuen wir uns doch alle. Denn am selben Tag verhieß uns eine der vielen Schlagzeilen den nun endlich und seit Jahren sehnsüchtig erwarteten Niedergang des Euros.
Das ist nun also die Gelegenheit seine mühsam zur Seite gelegten Spargroschen noch schnell inflationssicher und standesgemäß anzulegen. Wobei nicht jeder so viele Groschen auf dem Sparbuch haben wird. Wenn überhaupt.

Auch das mal wieder ein schönes Beispiel für die Gespaltenheit unserer Gesellschaft.
Der eine läuft jeden Tag 15km zur Arbeit, weil er sich die Bahnfahrkarte nicht leisten kann oder bei 6,50EUR Stundenlohn nur noch wenig hängen bliebe.
Der andere kauft sich mal eben schnell einen Pullmann V12 mit 650PS um standesgemäß unterwegs zu sein. Oder vielleicht lieber die Hybrid-Version, um das Umweltgewissen zu beruhigen.

Es ist schon was dran an dem Wandel unserer Gesellschaft und der immer weiter auseinander klaffenden Schere zwischen oben und unten.


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Freitag, Dezember 02, 2011

Castor-Party

Dieser Tage war es mal wieder so weit. Endlich. Lange mussten wir warten. Tausende fieberten ja schon seit Monaten diesem Event entgegen. Die Limousinen-Fahrer der Grünenpolitiker hatten wahrscheinlich wieder Urlaubssperre. Castor-Party. Bereits seit Wochen hatte sich der harte Kern der Partygäste intensivst vorbereitet. Handgestrickte Schals und Mützen, selbstgezogener Ökotee und vor allem die obligatorischen Betonblöcke. Liebevoll in Eigenarbeit gegossen und mit Handschellen verziert. Sado-Maso in freier Natur auf den Bahngleisen. Da geht die Party so richtig ab.


Schließlich kann man für einen hohen Millionenbetrag ja auch was ganz besonderes erwarten. Wenn der Steuerzahler schon so großzügig ist und hier für einen erlauchten Kreis ein Volksfest spendiert. Und die Polizisten sollen ja einmal im Jahr auch mal so richtig abrocken dürfen.

Etwas verwundert kann man allerdings über so manche wissenschaftliche Anmerkung sein. Laut Greenpeace ist die Strahlung in einigen Metern vom Castor entfernt doch relativ hoch. So etwa wie an einem schönen Sommertag im Schwarzwald. Das macht es natürlich verständlich, dass Tausende Erlebnishungriger die Nähe des Castors suchen und ihn möglichst lange blockieren. Sozusagen Sonnenhungrige auf der Suche nach der richtigen Dosis Vergnügen. Oder ist das mit der Greenpeace-Messung doch nicht so tragisch.?
Überhaupt: Die Franzosen blockieren den Castor, als wollten sie verhindern, dass der Atomschrott wieder nach Deutschland reimportiert wird. Anstatt jubelnd den Dingen freien Lauf zu lassen.
Und was soll eine Anti-Atom-Demo in Zeiten beschlossenen Ausstieges? Der ewig Negative mistraut natürlich den politischen Worten. Verständlich. Aber ich glaube nicht, dass es noch einen Rücktritt vom Atomausstieg geben wird. Auch wenn momentan noch niemand weiß, woher die Millionen von Elektroautos kommender Generationen ihren Strom beziehen werden.

Also doch nur Party? Event-Hopping. Erster Zwischenstopp Stuttgart 21. Dann schnell per ICE zur Castor-Party. So viel Spaß muss sein.
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Freitag, November 11, 2011

Tierische Kommunikationsprobleme

Kaum zu glauben, aber wahr. Was die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" im Rahmen jahrzehntelanger, aufwändiger Forschungen und gegen den erbitterten Widerstand unbelehrbarer Hundehalter herausfinden musste. Immer noch quälen Millionen verantwortungsloser Mitbürger unsere vierbeinigen Freunde mit dem Tragen unbequemer Halsbänder statt ihnen bequeme und weich gepolterte Brustgeschirre anzupassen.
Dieses gegen alle Regeln der Menschlichkeit verstoßendes Verhalten kann zu schwersten Verletzungen führen, wenn der Bernersenn oder die Deutsche Dogge mal wieder Frauchen oder Herrchen in spielerischer Unschuld über den harten Asphalt Deutscher Straßen schleifen. Dabei sind jetzt nicht die Verletzungen bei Frauchen oder Herrchen gemeint, um Missverständnissen vorzubeugen. Doch es kommt noch schlimmer:


Zwar macht es durchaus Sinn gerade in der momentanen dunklen Jahreszeit seinen vierbeinigen Liebling im Straßenverkehr mit stark blinkenden Refektoren oder Warnwesten auszustatten. So konnte die Anzahl in Verkehrsunfälle verwickelter Hunde drastisch reduziert werden, da nunmehr überwiegend die dunkel gekleideten Herrchen oder Frauchen angefahren werden. Also eine durchaus empfehlenswerte Entwicklung.

Jedoch ist dringend davon abzuraten, Hunden derartige Schutzsysteme im Verkehr mit Artgenossen anzuziehen. Die ausgesendeten Lichtsignale können im gegenseitigen Verkehr der Hunde miteinander zu schwersten Kommunikationsproblemen mit entsprechenden Folgeschäden führen. Vergleichbar mit der Berieselung durch Lärm und Lichteffekten in Diskotheken sind die schwerwiegenden Folgen für künftige Hundegenerationen noch kaum abzusehen. Neben den einfachen physischen Schäden wie Augenirritationen oder Weichteilverletzungen durch falsch angebrachte Leuchtmittel sind es vor allem die psychischen Langzeitschäden, welche Tierschützern ernsthafte Sorgen bereiten.
Die gestörte Kommunikation der Hunde untereinander durch Blinkanlagen und Warnwesten kann zu Selbstzweifeln, Verwirrtzuständen, Vereinsamung bis hin zu starken Depressionen führen. So ist die Selbstmordrate unter Warnwestentragenden Hunden spürbar gestiegen. Und auch der natürliche Fortpflanzungstrieb der Vierbeiner wird durch übertriebene Beleuchtungsmaßnahmen der Artgenossen spürbar gedämpft.
Also ist trotz aller guten Vorsätze Skepsis und Vorsicht angebracht bei der Verwendung von blinkenden Geschirren, Warnwesten und ähnlichen Vorrichtungen, wenn wir nicht riskieren wollen, dass der Hund der Zukunft dauerhaft kommunikationsgestört und psychisch labil ist.

Nicht zu vergessen der mit Einführung dieser Beleuchtungssysteme enorm gestiegene Energieverbrauch. Gerade in Zeiten atomarer Rückführung auch ein wesentliches Argument gegen die übertriebene Beleuchtung unserer vierbeinigen Genosssen.



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Dienstag, November 08, 2011

Mitten aus dem (Katzen-)Leben

Einfach nur schön, diese Episode aus dem Leben eines Katzenhalters.



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Sonntag, November 06, 2011

Wetten dass .....

....."Wetten dass" ohne Gottschalk nicht mehr das "Wetten dass" von früher sein wird? Man mag ja über Gottschalk und speziell seine modische Ausrichtung sagen was man will. Aber er ist einer der letzten verbliebenen Moderatoren der alten Garde. Einer, der den Spagat zwischen seriöser Abendserie und lockerer Unterhaltung beherrscht hat. Was danach im Fernsehen emporgekommen ist, hat überwiegend SAT1-Niveau. Oder ist hauptsächlich geeignet für die wie Pilze aus dem medialen Boden schießenden Talkrunden.


Bestes Argument für den Mangel geeigneter Nachfolger: Harpe! Bereits mit seinem lust- und witzlosen Auftritt als Schlämmer hat er sich als seriöser Moderator disqualifiziert. Natürlich hatte auch er schon bessere Tage, aber dieser Auftritt war dann doch eher beschäment. Genau wie der Auszug aus seinem Musical. Ein Potpourri alberner Komiker aus der Schwulenszene und unbegabter Sänger. Weniger Musical als gesungener Witz. Pardon, wer kann sich so etwas antun wollen?

Harpe, bleib´ bei deinen Leisten.
Wobei man natürlich auch ehrlich zugeben muss, dass ein Format wie "Wetten dass" nach so vielen Jahren doch naturgemäß an Attraktivität verloren hat. Auch dass zu sehen in der aktuellen Sendung. Klitschko zum geschätzt hundertsten Mal und er ist ja jetzt nicht unbedingt die mediale Unterhaltungskanone. Ebenso wie Otto, der doch viel von seiner früheren Unterhaltungskunst eingebüßt hat. Da helfen die Riesendekoltees der Damen auch nur bedingt. Und spätestens mit Einführung der total verblödeten Aufgaben für die Promis nach verlorener Wette ist viel Qualität verloren gegangen. Ein Klitschko der gelangweilt vergeblich nach einem Boxsack schlägt reißt niemanden vom Hocker.
Trotz allem wäre es eigentlich schade, müsste diese Format eingestellt werden. Denn was würde diesen Platz einnehmen? Das nächste Wissensquiz der Promis, noch eine Talkrunde oder noch eine weitere Comedyserie?
Im Rahmen der 24Stunden-Dauerberieselung hat das Fernsehen nicht unbedingt an Qualität gewonnen.

Lassen wir uns überraschen, was die Zukunft bringt.
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Samstag, Oktober 29, 2011

Schöne neue Zeit


Es ist eine traurige, noch nie so brutal und schonungslos offenbarte Wirklichkeit. Deutschland verarmt. Der Trend ist kaum mehr auf zu halten, kaum umkehrbar und doch mag es noch einen Funken, ein kleines unscheinbares Fünkchen Hoffnung in der Dunkelheit der schwindenden Zeit geben. Auf dass die sich anbahnende alles zerstörende Katastrophe kurz vor dem ultimativen Zusammenbruch unserer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung wie wir sie kennen doch noch gestoppt werden kann.
Bevor unsere Gesellschaft sozusagen im kollektiven Burnout verglüht. Sich der Armut, der absoluten Zeitlosigkeit ergibt und unterwirft.
Wer jetzt anfängt, den Helenen die Schuld zu geben oder der Masse unentschlossener und wankelmütiger Politiker, mag enttäuscht sein.


Nein. Keineswegs. So einfach ist es leider nicht. Die Wirklichkeit ist viel grausamer, unheimlicher und vor allem nicht greifbar. Schlummert lauernd wie ein Ungeheuer in teils unbewussten Tiefen. Die Armut lauert überall, im Verborgenen, in den dunklen Winkeln unserer Seele. Da wo wir sie nicht vermuten. Und gleichzeitig überall und offensichtlich. Und es gibt nicht den einen Schuldigen, den einen, den wir fassen und verurteilen könnten. Sondern es sind die Heerscharen der dunklen Mächte, die uns im Düsteren unerkannt auflauern. Ebenso aber auch im hellen Licht, ohne dass wir ihrer zerstörerischen Kraft Einhalt gebieten könnten.

Kennen sie Momo. Michael Endes prophetisches Werk über die Macht der Zeit. Es ist Wirklichkeit geworden. Die Schwarzen Herren, die Zeitdiebe sind in Deutschland eingefallen und berauben uns unseres wichtigsten Gutes. Der Zeit.

Sind wir ehrlich. Wer kennt das nicht. Die Zeit zerfließt einem unter den Fingernägeln, löst sich unaufhaltsam auf zu einem flüchtigen Nichts. Wird zur Mangelware und die Zeitnot bestimmt unser künftiges Schicksal. Nicht der Hunger, der Durst, der Mangel an schnödem Mammon ist es, der so zerstörerische Kräfte wirken lässt, sondern die sich stetig verflüchtende, nicht mehr nachholbare Zeit. Für immer verloren im Gefüge der Historie. Die Schwarzen Herren, Momos Zeitdiebe haben längst ihr fürchterliches, zerstörerisches Werk begonnen.

Am schlimmsten trifft es dabei die schwachen und wehrlosen unserer Gesellschaft, die Kinder. In ihrer Zeit-Not gehorchen sie den gnadenlosen Gesetzen des Multitasking. Hausaufgaben, Nägel lackieren, Fernsehen und Simsen mit den MP3-Stöpseln im Ohr parallel. Während der Geburtstagsfeier oder des aufgezwungenen Gottesdienstes tippen sie heimlich unter den Bänken im verzweifelten Versuch, den Anschluss an die Facebookgemeinde aufrecht zu erhalten. Selbst das persönliche Gespräch unter Freunden, zugegebenermaßen selten geworden, vermag nicht den Druck auf die Jugend bzw. die Tasten des Handys zu stoppen. Facebook, einer der Götter unserer Neuzeit. Multitasking, die einzige Chance der Lebensbewältigung in Zeiten des Mangels an Zeit?
Während sie knurrenden Magens auf den Vater warten, der derweil im Discounter vor der Tiefkühltruhe harrt und per Handy den Kontakt mit eben jenem Kinde sucht, um im gemeinsamen Kampf der schier unendlichen Vielfalt der Sorten Herr zu werden. Um im Anschluss per Scanner-App die ultimativ-billige Pizza Furiosa zu finden und per Google den Weg dorthin. Nichts ist mehr wie es früher war. Die gute alte Zeit, wo ist die Zeit bloß verblieben.

Und am Ziel angelangt dann die Schlange an der Kasse. Und der Rentner, der seine Geldbörse ausgeschüttet hat, um jeden Cent einzeln wendend passend seine Schuld zu begleichen, derweil die Kassiererin abgestumpft den Tönen aus ihren Ohrstöpseln lauschend ihre lackierten Fingernägel betrachtet oder nervös zerkaut in unterdrückter Wut. Und das Knurren in der Warteschlange beständig anschwillt bis zum furiosen Finale. Und der nächste zieht den Packen Geldkarten hervor, sucht wie in Trance die richtige und muss nun in endlos scheinender Pein die ebenso endlos scheinende Pin eintippen . Während die ersten in der folgenden Reihe unter dem Druck des Zeitdiktats dem Kreislaufkollabs nahe sind.
Doch jetzt mag es wieder einen winzigen Moment der Hoffnung geben. Eine gewaltige Waffe im Kampf gegen die Herren der Zeit. So derzeit in einem kurzen, zeitsparenden Radiobericht offenbart und auch im WWW.
Vorbei die Zeit, in denen die Schwarzen Herren über unser Leben bestimmen durften. Keine Warteschlangen mehr, keine sich verflüchtende Zeit, während der schier endlos anmutenden Zeit der PIN.Eingabe an Discounter-Kassen.
Hallejulla, der Funk-Chip soll eingeführt werden. Und uns erretten. Bezahlen per Funkkontakt. Ein einfaches Wedeln vor dem Scanner mag ausreichend erscheinen. Eine völlig neue Leichtigkeit des Seins erwartet den geplagten Menschen. Ein besseres Leben in der Hohezeit des Konsums, der Verschwendung kostbarer Ressourcen und Zeit. Bis zu 25% Zeitersparnis gegenüber der Barzahlung. Ein Traum wird wahr.
Zugegeben. Nur ein kleiner Schritt auf dem Weg in eine bessere Zukunft ohne Zeit-Armut.
Und es geht ja vorerst nur um Beträge im Peanuts-Bereich. Aber wir sehen den Beginn einer neuen Ära. An deren Ende vielleicht der unter die Haut implantierte Einkaufschip -neben den vielen anderen- stehen könnte. Traumhaft: Bezahlen vollautomatisch ohne Zeitverschwendung. Solange uns die Griechen noch was zum Einkaufen übrig lassen. Oder die vielen Verkäuferinnen noch ihren Arbeitsplatz haben.
Hallejullah. Welch köstliche Zeitersparnis wird uns gepriesen. Es mag dem einzelnen anheim gestellt sein sich zu errechnen, wie viel Zeit er bisher verschwendet hat mit dem Warten an Kassen und Automaten, dem Eingeben kaum zu merkender PINs. Und was er künftig mit der so zahlreich gewonnen Zeit anfangen mag. Welches der 280.000 Apps auf seinem Minicomputer er damit nun befriedigen kann. Welche Serien er im Assi-TV nun ersatzweise verfolgen wird. Wie viel Zeit er mit den netten Damen oder Bandansagen in den Warteschleifen unserer Welt verbringen darf. Hallejulla.
Gott sei gepriesen. Gepriesen sei die Bankenwelt. Es lebe der Funkchip und der ewig währende Fortschritt. Und natürlich der Funkkontakt. Auf das er nimmer mehr abbrechen möge im unpassenden Moment.
Hallejullah.

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Mittwoch, Oktober 05, 2011

pure Erotik

Bild:fotolia
Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt und ein wildes Durcheinander von Stimmen erfüllte die Luft. Auf der Bühne liefen die letzten Vorbereitungen bis endlich die helle Beleuchtung einem sinnlich-dämmerigem Licht wich und sich erwartungsvolle Stille unter den Zuschauern verbreitete.

Sie hatte die Aufführung schon mehrfach gesehen und doch war es jedes Mal ein neues Erlebnis für sie. Mehr als die bloße Aufführung eines Stückes. Viel mehr das Eintauchen in eine andere Welt, eine Flucht aus der elenden Banalität des Alltags. Ihr ganzer Körper begann vor Erregung zu vibrieren, während auf der Bühne die exotische Geschichte ihren Lauf nahm und Wogen stiller Begeisterung durch das Publikum zogen.


Und doch war es heute etwas ganz besonderes. Denn sie war nicht alleine. Eben erst hatte sie ihn kennengelernt und wenn es Liebe auf den ersten Blick wirklich geben sollte, so hatte sie diese gerade erlebt. Und nun saß sie hier gemeinsam mit ihm. Während sie das Geschehen auf der Bühne verfolgte, glitten Ihre Gedanken immer wieder in lustvollem Verlangen zu ihm hin.
In der Dunkelheit des Saales spürte sie, wie sich ihre Erregung stetig steigerte und die Welt um sie herum versank in einem Übermaß zärtlicher Gefühle, die ihre Sinne mit der Wucht tosender Brandung überschwemmten. Derartiges hatte sie nie zuvor empfunden, nicht in dieser alles übertreffenden unbändigen Sinnlichkeit.

Sollte sie es wagen? Grenzen zu überschreiten? Ihre gesellschaftlichen Ketten in einem Akt ungezügelter Leidenschaft zu zersprengen. Nach einem zaghaften Blick zur Seite fasste sie den leidbringenden Entschluss. Nicht alleine zu erleben, sondern ihre Empfindungen zu teilen. Gemeinsam mit ihm diesen überwältigen Moment fast tierischer Gier nach Befriedigung ihrer Lust zu erleben. Und so verwarf sie alle ihre Bedenken und zog ihn zu sich heran. Er wehrte sich nicht. Wie sollte er auch, war er ihrer überschäumenden Erregung doch willenlos ausgeliefert. Ein bloßes Objekt ihrer Begierde.

Kaum noch Herr ihrer Sinne suchte sie in der schützenden Dunkelheit des Saales den Kontakt zu ihm, glitten ihre langen schlanken Finger über seine scharfen Konturen, Glatt und seidig fühlte es sich unter ihren suchenden Händen an. Sanft erforschten und streichelten ihn ihre vor Verlangen zitternden Hände. Welch wundervolles Gefühl, ihn unter ihren forschenden Fingern zu verspüren. Sanft und doch so hart und fordernd zugleich. Ihre Erregung steigerte sich immer mehr bis zur Ekstase, unerträglicher Wollust. Ihre Brust hob und senkte sich im verzweifelten Ringen um Luft. Empfand er just in diesem Moment das gleiche, sofern er derlei Empfindungen bereits fähig sein sollte?

Immer schneller glitten ihre Finger über seine weichen, sanften Rundungen. Die Welt um sie herum versank in einem Meer nie so intensiv erlebter Empfindungen. Ihr ganzer Körper vibrierte nun im Rhythmus der Erregung und leise hauchte sie ihm zärtliche Worte ein.

Doch im Moment höchster Erregung vibrierte auch er und es erklangen durch die Stille des Saales wie Donner durch die düstere Erlenkönigliche Nacht die Worte „Der Teilnehmer ist momentan nicht erreichbar“ und schier unerträgliche Peinlichkeit machte sich fortan breit im Saal.

„Sorry“, murmelte sie entschuldigend unter den ärgerlich funkelnden Blicken ihrer Umgebung.
„Der neue Appel -iPhone4- mit Sprachsensor, einfach unwiderstehlich“

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Mittwoch, September 28, 2011

Stoiber-Schmankerl


Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an einen sympathisch-bayrischen Politiker. Edmund Stoiber wird 70 Lenze alt.
Es hat ähem... ja Spaß , ähem... oder besser ge.. ähem ...sagt oder anders. Er war noch einer von den ähem..., ja wie soll ich das jetzt ähem... sagen.
Da fehlen mir jetzt wirklich die ähem.. die .. Worte.
Also einer von den alten, das meine ich jetzt eher also... ähem ... also positiv von altem Schrot und ... Korn.

Nein, ganz im Ernst. Auch wenn er doch ziemlich oft durch grandiose aber unverständliche Wortspiele auffiel und seine ähem-Zahl pro Rede alle Statistiken sprengte: Ich persönlich fand ihn sympathisch menschlich und mir war er lieber in seiner Art als so mancher aktive geschniegelte Politjüngling ohne Sprachfehler, wie wir sie derzeit ertragen müssen. Und in der letzten Zeit seiner Deutschen Politkarriere hatte sich seine Redekunst ja auch merklich gebessert.
Deswegen nochmals einen aufrichtigen Glückwunsch Herr Stoiber. Und bitte ..bitte... noch etwas mehr Bürokratieabbau in Brüssel.
Und anschließend noch ein paar Leckerbissen für die Leser von satire-online.


"Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München mit zehn Minuten, ohne dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen, am, am Hauptbahnhof in München starten Sie ihren Flug. Zehn Minuten, schauen Sie sich mal die großen Flughäfen an, wenn Sie in Heathrow in London oder sonstwo, meine sehr v-, Charl-, Charles-de-Gaulle, äh, in Frankreich oder in äh, in, in, äh, in äh Rom, wenn Sie sich mal die Entfernungen ansehen, wenn Sie Frankfurt sich ansehen, dann werden Sie feststellen, dass zehn Minuten Sie jederzeit locker in Frankfurt brauchen, um ihr Gate zu finden. Wenn Sie vom Flug, vom Fl-, vom Hauptbahnhof starten, Sie steigen in den Hauptbahnhof ein, Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen in, an den Flughafen Franz-Josef-Strauß, dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in München. Das bedeutet natürlich, dass der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Bayern, an die bayerischen Städte heranwächst, weil das ja klar ist, weil auf dem Hauptbahnhof viele Linien aus Bayern zusammenlaufen."
(Neujahrsempfang 2002)

"Äh, natürlich freuen wir uns, das ist gar keine Frage, freuen wir uns, und die Reaktion war völlig richtig, einen äh, sich normal verhaltenden Bär in Bayern zu haben. Äh, ja, das ist gar net zum Lachen. Äh, und der Bär, ein Normalfa-, ich muss mich ja auch äh, auch Werner Schnappauf hat sich natürlich hier, äh, intensiv äh, mit äh, sogenannten Experten austausch-, austauschen äh, müssen. Nun haben wir, äh, der normal verhaltende Bär lebt im Wald, geht niemals äh raus und äh, reißt vielleicht äh, ein bis zwei Schafe im Jahr. Äh, wir haben dann einen Unterschied zwischen dem normalen sich verhaltenden Bär, dem Schadbär und dem äh, Problembär. Und äh, es ist ganz klar, dass äh, dieser Bär äh, ein Problembär ist und, äh, es ist im Übrigen auch äh, im Grunde genommen äh, durchaus äh, ein, ein gewisses Glück gewesen. Der hat um ein Uhr nachts äh, praktisch äh, diese Hühner gerissen. Und äh, Gott sei dank war in dem Haus äh, war, also jedenfalls ist das nicht bemerkt worden aufgrund von äh, ah, es ist nicht bemerkt worden. Stellen Sie sich mal vor, der war ja mittendrin, stellen Sie sich mal vor äh, die Leute wären raus und wären praktisch jetzt äh, dem Bären äh, praktisch begegnet, äh, was da hätte passieren können (...)"
(Problembär Bruno im Mai 2006)

"Liberalität heißt doch nicht, für alles offen zu sein und alles zu tolerieren! Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht!"
(Aschermittwoch 2000)

"Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran."
Wahlkampf 2005

"... nur noch kaputte Familien. Außer den Simpsons gibt es keine normale Familie mehr im TV."
(Im Mai 2006 beim Empfang von ehrenamtlichen Kirchenmitarbeitern)
(Anm. der Red.: Wo er Recht hat, hat er Recht.)
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Samstag, September 24, 2011

Piraten kapern Berlin

Es gibt eine neue Farbe im politischen Chaos. Piratenschwarz.
Wissen sie noch? Damals. Als die Grünen noch in den Startlöchern standen.Ihre Markenzeichen: Dreitagebart, Turnschuhe, löchrige Jeans und das Fahrrad vor dem Abgeordnetenhaus. Gar lustig schwenkten sie ihre Sonnenblumen vor dem Atomkraftwerk und versprachen schon damals blühende Landschaften. Nur wenige wollten so recht daran glauben, dass diese muntere Truppe irgendwann mal die Turnschuhe gegen schwarze Lackschuhe, das Fahrrad gegen den Mercedes mit Chauffeur und die Sonnenblume gegen eine dicke Brieftasche eintauschen würden und zur ernsthaften, etablierten Partei werden könnten.

Steht uns nun erneut eine derartige Transformation bevor?. Die Piraten kaperten mit 9% Berlin. Schwarzgekleidete No-Names mit Totenschädel auf dem Shirt und Notebook satt Sonnenblume schwenkend. Ein Außenminister in Turnschuhen war damals ja schon eine Sensation. Aber sollte irgendwann der Außenminister wirklich Augenklappe und Piratenflagge tragen?Kann man eine Partei, die sich Piraten-Partei nennt überhaupt ernst nehmen? Und was bringt den Wähler dazu, ihr 5mal so viele Stimmen wie der FDP zu geben?

Gut, eines muss man sagen. Das Parteiprogramm der Piraten ist verlockend. Freie Fahrt für freie Bürger in Bahnen und Bussen, die Befreiung des World-Wide-Web, weniger Datenschutz, no more Big-Brother und Kiffen ohne Ende. Das klingt nach einer verheißungsvollen Zukunft. Anders als bekifft kann man die täglichen, sich ständig wiederholenden Politkommentare und das Parteiengezänk ja nicht unbeschadet ertragen.

Aber mal ganz ehrlich und unter uns geschrieben. Wie verzweifelt und ratlos muss ein Wähler sein, wenn er diesem Wahlprogramm verfällt. Und Berliner Piraten-Kandidaten, die auf die Frage nach der Schuldenhöhe Berlins achselzuckend antworten:“Vielleicht ein paar Millionen?“ Schöne heile Internet-Welt. Dazu hat es unter Wowereit leider noch nicht gereicht. Es sind ein paar Milliarden mehr.

Und das schlimmste dabei: Man kann den Piratenwähler verstehen. Die Politik stellt sich öffentlich so dar, wie Karikaturisten es gerne sehen. Zerstritten, führungs- und richtungslos, ohne Plan. Von wegen, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Das gilt nicht für die Politik. Dabei ist die wirtschaftliche Lage Deutschlands keineswegs hoffnungslos. Im Gegenteil. Manch anderes Land wäre froh über Deutsche Verhältnisse.Und letzten Endes bestimmt seit Monaten nur ein unsägliches Thema das Tagesgeschehen: Die Griechische Tragödie. Aber wollen wir auch hier mal ehrlich sein. Alles unter 400 Milliarden sind doch Peanuts angesichts Europäischer Schuldenstände.. Die Bankenkrise wurde innerhalb kurzer Zeit abgewickelt, ein Konzept entwickelt und Bürgschaften eingerichtet.

Nur bei den Griechen dauert alles ewig. Europas Politiker streiten und schauen zu, wie aus einer Griechischen nunmehr eine Europäische Tragödie wird. Und ein stabiler Euro totgeredet wird. Wobei fairerweise gesagt werden muss, dass man sich an zu vielen Peanuts gehörig den Magen verderben kann. Und sollte dann noch mit Italien eine ganz, ganz dicke Nuss heran rollen, dürfte selbst der stabilste Magen aus den Fugen geraten. Und leider haben für die momentane Krise wieder mal nur die eine Lösung, die gerade nicht an der Regierung sind. Politiker, Experten und Wirtschaftsweisen sind zerstritten, ratlos und konzeptlos. Bieten ein Bild des Grauens, während die Griechen munter streiken. Das schlimmste an der Krise ist nicht die Krise, sondern die Art und Weise der Politik, ihr zu begegnen. So ist es nicht verwunderlich, wenn der zermürbte Wähler erfreut die Chance ergreift, einer Partei die Stimme zu geben, die einfache Lösungen bietet. Freie Fahrt, freies WEB und freies Kiffen. Ganz simpel.

Jedenfalls wird es dringend Zeit, das die Griechenkrise aus den Schlagzeilen kommt und die Politik wieder zum wichtigen Tagesgeschäft übergehen kann. Und wenn dann weniger Bunga-Bunga und wieder mehr vernünftige, parteienübergreifende, Europäische Politik gemacht würde, könnte das mit Europa auch wieder klappen.Freie Fahrt für Busse und Bahnen und freies Kiffen für Piraten klingt ja ganz nett, ist aber auch kein ernst zu nehmendes für die momentane Krise der Euro- und Weltwirtschaft. Mal schauen, ob da auf Dauer vielleicht noch etwas mehr rüberkommt von der neuen Kraft in Berlin. Und vielleicht ist es ja in einigen Jahren keine Schreckensmeldung mehr, wenn es heißt: Vor Somalia wurden Piraten gesichtet.
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Dienstag, September 20, 2011

Berufsbild Nachhilfelehrer

Es ändert sich ja vieles in unserer Zeit.
So schnell, dass man kaum noch mitkommt.Auch die Berufsbilder.
Aus der Putzfrau wird die Desinfektionfachangestellte, aus dem Aerobic-Trainer der geprüfte Bachelor Of Wellness And Physical Health und der Investmentbanker heißt jetzt... Gut, wir wollen jetzt hier nicht ausfallend werden.
Und natürlich verändern sich auch die Erwartungen an den Träger eines stolzen Titels. Was z.B. verbinden sie denn mit dem Betreuer eines Schülerhilfebüros? Dem Master Of Educationel Teenage Learning oder wie das Neudeutsch jetzt heißen wird. Klar: Fachkompetenz. Soziale Kompetenz. Psychologische Kompetenz. Teamkompetenz. Ein unbelastetes Führungszeugnis. Eben alles was wir Eltern von einem modernen Kompetenzzentrum Nachhilfe so erwarten. Aber halt: Etwas fehlt. Etwas ganz entscheidendes. So erneut nachzulesen dieser Tage in einer Anzeige der Schülerhilfe im Büdinger Kreisanzeiger. Etwas für den Lernerfolg unverzichtbares und doch so unerwartet.
Verkaufstalent!!!!!!!
Sie lesen richtig. Verkaufstalent als wesentliche und hervorstechende Grundvoraussetzung eines Mitarbeiters der Schülerhilfe. Ganz humorlos, keine Satire. Verkaufstalent fordert die Schülerhilfe. Finde ich gut. Wenn unseren Kindern auch etwas fürs spätere Leben mitgegeben wird.
Verkaufstalent! Das kann man in unserer Konsumgesellschaft ja nie genug haben.Egal ob man jetzt später Autos, Pflegeverträge, Handyflatrates oder Investmentfonds an eben in Frührente gegangene 70jährige verkauft.

Andererseits: So im Nachhinein. Klingt doch irgendwie auf den zweiten Blick seltsam. Muss ich mir Gedanken machen, dass mein Junior nicht nur mit geballtem Wissen sondern auch einem Handyvertrag, einer ADAC-Junior-Mitgliedschaft und einer Junior-Kredit-Card nach Hause kommt? Oder einem 5jahresvertrag premium für euren Verein. Arbeiten die Betreuer der Schülerhilfe jetzt auf Provisionsbasis wie die Drückerkolonnen? Wenn so ein Teenie einem ausgebufften Nachhilfelehrer-Verkaufstalent in die Hände fällt, kann das gravierende Folgen für dessen Psyche haben. Und für die elterlichen Nerven.

Liebe Schülerhilfe: Das ist irgendwie erklärungsbedürftig. Ihr seid doch keine Business School of Konsumers Teaching, irgendeine Schmiede für spätere Verkaufsprofis oder gar ein Franchising Profitcenter für beliebige Sellingorganisationen. Ihr sollt mit den Kindern Hausaufgaben machen und ihnen das kleine Einmaleins beibringen. Mehr nicht. Und ihnen auch nicht haufenweise Nachhilfestunden verkaufen. Pfeiff´ doch auf das Verkaufstalent, wenn ein Lehrer dem pubertierendem Teenie erfolgreich beibringen kann, wie er die funktionale Nullstelle berechnen kann. Oder?
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